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Slippage im Devisenhandel - Alles was Du wissen Musst

By Stjepan Kalinic , Updated on: Oct 18 2022.

Slippage (zu Deutsch Schwund) bedeutet im Forex bzw. Devisenhandel, dass ein Händler beim Handel mit Währungspaaren einen anderen Kurs erhält als den, den er bei der Übermittlung seines Auftrags verwendet hat. Die Hauptursachen für Slippage sind ein Mangel an Liquidität oder sehr volatile Marktbedingungen. 

Slippage im Devisenhandel 

Jedes Mal, wenn du eine Order an deine Broker sendest, läuft im Hintergrund eine ganze Reihe von Prozessen ab. Der Broker muss den Auftrag erhalten, prüfen, ob du über genügend finanzielle Mittel verfügst, um den Auftrag zu eröffnen, und platziert erst bei Erfüllung dieser Dinge den Auftrag am Markt.

Das hört sich zwar nach einem recht unkomplizierten Prozess an, aber das Trading bzw. der Handel ist ein Spiel mit Millisekunden, und in dieser Zeit können sich die Kurse ändern – vor allem, wenn die Märkte unbeständig sind.

Slippage erklärt

Von Slippage spricht man, wenn sich der Ausführungskurs zwischen dem Zeitpunkt der Auftragseingabe und dem Zeitpunkt der Auftragserfüllung durch den Broker ändert. Für Swing Trader oder Positions Händler, die über größeren Zeiträumen handeln, kann eine geringe Slippage lediglich eine Unannehmlichkeit darstellen. Für Trader, die mit Hochfrequenzstrategien (Scalping) handeln, kann Slippage jedoch den Unterschied zwischen Gewinn oder Verlust ausmachen.

Bei jedem Trade gibt es drei Arten von Slippage:

  • Null: Es gibt keinen Unterschied zwischen dem geplanten und dem ausgeführten Kurs
  • Positiv: Der Kurs ist besser als beabsichtigt
  • Negativ: Der Kurs ist schlechter als beabsichtigt

Wahrscheinlich denkst du jetzt: Es gibt eine positive Abweichung? Ja, die gibt es wirklich. Manchmal erhältst du am Ende einen besseren Kurs als den, den du bei deiner Order angegeben hast.

Um auf unsere Erklärung zurückzukommen: Slippage tritt auf, wenn im Orderbuch der Börse keine Möglichkeit besteht, einen Handelsauftrag zu dem gewünschten Preis auszuführen. Hier sind die gängigsten:

  • Marktauftrag: Diese Art der Order ist die häufigste Ursache von Slippage, da es sich im Grunde um eine Anweisung handelt, einen Auftrag zu jedem verfügbaren Kurs auszuführen. Das bedeutet, dass du einen Kauf- oder Verkaufsauftrag zu einem Preis von 72 € erteilst, aber wenn der verfügbare Kurs 78 € beträgt, erhältst du genau diesen Kurs von 78 €.
  • Limit Order: Diese Art von Order eignet sich am besten für Trader, die der Gefahr eines Ausrutschers entgehen wollen, da die Limit Order einen bestimmten Kurs garantiert. Das einzige Problem ist, dass sie keine Ausführung garantiert. Das heißt, wenn du einen Limit Kaufauftrag bei 45 € erteilst und der Kurs schnell auf 47 € springt, wird dein Auftrag nicht ausgeführt.

Beispiel für Forex & Devisenhandel Slippage

Angenommen, du hast über längere Zeit den EUR/USD-Kurs beobachtet und nach einer Kaufgelegenheit Ausschau gehalten – Du bist der Meinung, dass der US-Dollar kurzfristig sinkt.

Somit beschließt du, die Kaufposition bei 1,13450 einzugehen, sofern keine neuen Nachrichten aufkommen. Doch exakt in diesem Moment postet der Präsident der Vereinigten Staaten einen Tweet, der eine erhebliche Volatilität auf dem Markt auslöst.

In diesem Szenario gibt es 3 mögliche Optionen:

  • Kein Slippage: Dein Trade wird bei 1,13450 ausgeführt, genau wie du es beabsichtigt hast.
  • Positiver Slippage: Dein Trade wird zu einem besseren Kurs ausgeführt, nämlich zu 1,13420. Das ist 3 Pips unter deiner Erwartung. Da du in der Erwartung eines steigenden Kurses gekauft hast, hast du nun einen anfänglichen Vorteil.
  • Negativer Slippage: Dein Trade wird zu einem schlechteren Kurs ausgeführt, nämlich bei 1,1348, d. h. 3 Pips über dem von dir erwarteten Kurs. Dies liegt über dem Niveau, das du eigentlich angestrebt hast, und bringt dir einen anfänglichen Nachteil – der deine potenziellen Gewinne verringert.

Wie man Slippage reduziert

  • Suche dir einen qualitativen guten Broker: Je schneller der Informationsfluss zwischen dem Zeitpunkt der Auftragserteilung und dem Eintreffen auf dem Markt ist, desto geringer ist der Slippage. Verwende daher einen Broker mit schnellen Ausführungszeiten, der dir keinen Slippage oder einen neuen Kurs anbietet (auch bekannt als Requoting).

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  • Handel bzw. trade mit hochliquide Währungspaaren: Nicht jedes Devisenpaar ist gleich. Die großen Währungen wie der US-Dollar, der Euro oder das britische Pfund machen den Löwenanteil des Marktes aus. Da sie so beliebt sind und sehr häufig gehandelt werden, sprechen wir hier von hoher Liquidität dieser Währungspaare – Was wiederum das Risiko von Kursabweichungen beim Ausführen von Orders erheblich verringert.
  • Handel während der Haupthandelszeiten: Nur weil du theoretisch während der Woche jederzeit mit Devisen handeln kannst, heißt das noch lange nicht, dass du das auch tun solltest. Die beste Zeit für den Handel ist, wenn das Handelsvolumen am höchsten ist. Das ist während der Londoner und New Yorker Börsenhandelszeiten der Fall – und besonders, wenn sich die beiden Handelszeiten überschneiden!
  • Vermeide aufsehenerregende Nachrichten: Nachrichten treiben die Volatilität in die Höhe. Bei aufsehenerregenden Nachrichten, wie z. B. den Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft oder Zinsentscheidungen, kommt es zu unberechenbaren Kursbewegungen, was die Gefahr von Kursverlusten erhöht. Für Anfänger ist es am besten, den Handel von Wirtschafts-News-Nachrichten gänzlich zu vermeiden. Das morgendliche Überprüfen der Nachrichten sollte zur Routine eines jeden Traders gehören!
  • Verwende andere Arten von Orders: Bereits die Verwendung von Limit Orders kann helfen, Slippage zu vermeiden. Dies ist nicht nur für Aktien sehr hilfreich, sondern funktioniert auch im Devisenhandel. Gebe bei der Erteilung einer Limit Order also Acht, dass dein Auftrag nur zu einem bestimmten Kurs oder besser ausgeführt werden soll.

Fazit 

Slippage gehört zu den den generellen Risiken im Trading und wird immer ein Teil des Tradings sein. Du kannst dieses Risiko zwar nicht völlig umgehen – jedoch kannst du dir  neue Gewohnheiten aneignen, um das Risiko minimieren.

Auswahl des Währungspaares, exaktes Timing und Wahl des Order Typs sind einige der Techniken, die dabei helfen können – der erste Schritt sollte aber darin bestehen, sicherzustellen, dass du mit einem Qualitäts Broker tradest, der sein Bestes gibt, um deine Trades so schnell und so genau wie möglich auszuführen.

 

Häufig gestellte Fragen

Verliere ich Geld durch Slippage?

Slippage kann zu einem finanziellen Vorteil, aber auch Nachteil führen. Wenn du einen schlechteren Kurs als erwartet erhältst, handelt es sich um einen negativen Slippage, und du gehst mit einem höheren Niveau als erwartet in eine Position ein. Manchmal kann man aber auch einen besseren Kurs als erwartet erzielen, was als positive Slippage bezeichnet wird, und die potenziellen Gewinne erhöht. 

Ist Slippage dasselbe wie ein Spread?

Nein ein Slippage ist nicht dasselbe wie ein Spread. Der Spread ist die Differenz zwischen dem Geldkurs (dem besten aktuellen Kaufkurs) und dem Briefkurs (dem besten aktuellen Verkaufskurs), während der Slippage die Differenz zwischen dem Kurs zum Zeitpunkt der Auftragsausführung und dem Kurs, zu dem der Auftrag ausgeführt wird, ist.

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