Trading mit technischer Analyse - Ein Leitfaden für Anfänger

Aktualisiert Aug 04 2021

Trading mit technischer Analyse - Ein Leitfaden für Anfänger

Die technische Analyse ist eine Methode, um künftige Kurse eines Vermögenswertes zu prognostizieren, indem man das vergangene Kursverhalten studiert. Der Technische Analyst besagt, dass Kurscharts alle wichtigen und notwendigen Daten enthalten, um Entscheidungen zu treffen. Die Hauptidee dahinter ist, dass alle relevanten Informationen, die einen Vermögenswert beeinflussen könnten, bereits im Preis selbst berücksichtigt sind.

Prinzipien der Technischen Analyse

Um die Logik hinter der Technischen Analyse zu verstehen und wie sie überhaupt so eine große Aussagekraft haben kann, werfen wir einen Blick in ihre grundlegenden Prinzipien:

Chart

Der Markt preist alles ein

Die Phrase "der Markt preist alles ein" kann übersetzt werden in "alle Informationen, die öffentlich zugänglich sind, sind bereits im Chart abgebildet". Technische Analysten glauben daran, dass alles, was mit dem Preis eines Vermögenswertes passiert ist, passiert und passieren könnte, bereits im Chart berücksichtigt ist. Theoretisch könnten wir also sagen, dass es keine unbekannten Informationen über den Preis gibt und dass wir, indem wir uns das vergangene und aktuelle Verhalten ansehen, ziemlich genaue Vorhersagen über mögliche zukünftige Richtungen machen können.

Preise bewegen sich in Trends

Ein "Trend" ist die grobe Richtung, in die sich der Kurs bewegt. Wir können den Trend normalerweise erkennen, indem wir das Rauschen (also “zickzack” im Chart), das durch die kurzfristige Volatilität (Kursschwankungen) verursacht wird, eliminieren. Wenn du den Chart einer beliebigen Aktie betrachtest, und die stündlichen Kursschwankung weg lässt, sondern den Kurs auf einer täglichen Periode betrachtest, wirst du feststellen, dass der Kurs langfristig entweder nach oben oder nach unten ging.

Technische Analysten nutzen dieses wohlbekannte Verhalten, um zu versuchen zu erraten, wann diese Trends stattfinden, wie lange sie andauern und ob sie eine Trendwende bevorsteht – Alles mit dem Ziel, die richtigen Ein- und Ausstiegspunkte zu finden.

Die Geschichte neigt dazu, sich zu wiederholen

Die Phrase "Geschichte wiederholt sich" ist letztlich gleichbedeutend mit "wenn es einmal passiert ist, könnte es definitiv wieder passieren". Technische Analysten wissen, dass Investoren dazu neigen, sich im Laufe der Geschichte ähnlich zu verhalten, und an einigen Schlüsselpunkten genauso reagieren, wie zuvor.

Wenn beispielsweise eine Aktie in der Vergangenheit jedes Mal um 20% gefallen ist, nachdem sie die 100 € Marke erreicht hat, ist es wahrscheinlich, dass das wieder passiert.

Technische Analyse Grundlagen

Um in die technische Analyse einzusteigen, müssen wir zunächst die Sprache der Charts sprechen und die gebräuchlichsten Werkzeuge verstehen, die beim Betrachten der Charts verwendet werden.

Vor vielen Jahren konnte ein Trader, wenn er einen Chart betrachtet hat, nur einen einzigen Kurs sehen – Zum Beispiel den Schlusskurs des Tages, der in einen Chart eingezeichnet wurde.

Chart 

Damals war klar, dass in diesen Charts viele Informationen über die "Price Action" (Preisbewegungen) fehlten, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Hier kommt unser neues Werkzeug ins Spiel: Die japanischen Candlesticks.

Japanische Candlesticks

Japanische Candlesticks sind ein Werkzeug, um mehr wichtige Daten in einem Chart visuell darzustellen, indem sie Tradern erlauben, Wissen über die Eröffnungs-, Schluss-, Höchst- und Tiefstkurse eines Assets (Vermögenswerts) während einer bestimmten Periode festzuhalten.

Japanische Candlesticks 

Ein Candlestick besteht aus einem Körper, einem unteren Docht und einem oberen Docht. Lass uns jeden Teil einzeln besprechen:

Die Farben des Körpers lassen sich wie folgt interpretieren: 

Beachte, dass die Farben nicht immer gleich sind. Manche Trading Plattformen können eine lila Kerze als grüne Kerze und eine gelbe Kerze als rote Kerze anzeigen. Die Farben können auch oftmals anpassbar sein.

Unterstützungs- und Widerstandsniveaus

Unterstützung und Widerstand sind wichtige Kursniveaus, an denen Umkehrungen im Trendverhalten möglich sind.

Unterstützung

Unterstützung 

Unterstützung ist ein spezifisches Niveau, auf dem die Kurse wieder nach oben ausschlagen können (wie es in der Vergangenheit der Fall war). Praktisch lässt sich das Unterstützungsniveau durch eine große Konzentration von Nachfrage (Käufern) bei diesem bestimmten Kurs erklären.

Widerstand

Widerstand 

Der Widerstand ist ein bestimmtes Niveau, auf dem die Kurse wieder nach unten ausschlagen können (wie es in der Vergangenheit der Fall war). Praktisch lässt sich das Widerstansniveau durch eine große Konzentration von Angebot (Verkäufern) bei diesem bestimmten Kurs erklären.

Die Konzepte der Unterstützung und des Widerstands gehen Hand in Hand mit dem dritten Prinzip der technischen Analyse, welches besagt, "wenn es einmal passiert ist, könnte es definitiv wieder passieren".

Unterstützung und Widerstand 

Jetzt weißt du, dass du allein durch das Betrachten eines Charts und das Erkennen, wo früher Unterstützungs- oder Widerstandsniveaus auftraten, ein mögliches Kursverhalten prognostizieren kannst. 

Trends: Bullisch vs. Bärisch

Wie wir aus dem zweiten Prinzip der technischen Analyse gelernt haben, schwanken die Preise nicht einfach unberechenbar, sondern sie haben eine grobe Richtung über längere Zeiträume hinweg – und das nennen wir einen Trend.

Der Markt kann nur in drei verschiedene Richtungen gehen: Oben, unten und seitwärts. Wenn wir über Trends sprechen, beziehen wir uns normalerweise auf die zwei Haupttypen:

Bullischer Trend (Aufwärts)

Bullenhafter Trend 

Um einen bullischen Trend zu erkennen, achte auf das folgende Muster:

Bärischer Trend (Abwärts)

Bärischer Trend 

Um einen bärischen Trend zu erkennen, achte auf das folgende Muster:

Charles Dow, einer der berühmtesten Analysten, der jemals gelebt hat, sagte, dass Trends solange anhalten, bis eine klare Umkehrung eintritt. Mit anderen Worten: Der Trend ist dein Freund.

Viele neue Trader versuchen, sich wie George Soros zu verhalten, indem sie gegen Vermögenswerte wetten oder Shorts während Aufwärtstrends eröffnen und dabei spektakulär scheitern. Letztlich braucht es Zeit und Übung, um solch eine Kunst zu beherrschen – Geh also lieber auf Nummer sicher.

Technische Analyse vs. Fundamentalanalyse

Bei der Fundamentalanalyse geht es darum, den intrinsischen (realen) Wert eines Assets (Vermögenswerts) zu bestimmen. Wenn ein fundamentaler Analyst zum Beispiel den realen Wert der Apple Aktie bestimmen möchte, würde er sich den Bericht der Investoren, den Umsatz, den Gewinn und die jüngsten Ereignisse ansehen und versuchen, einen angemessenen Wert für die Aktie basierend auf mehreren dieser Variablen zu berechnen.

Ein Technischer Analyst würde sich nur den Kurs Chart ansehen und mit diesen Informationen als Hauptquelle arbeiten, und basierend darauf Entscheidungen treffen.

Obwohl viele Leute versuchen, die technische Analyse und die Fundamentalanalyse zu vergleichen und auf- und abzuwerten, als ob es ein Wettbewerb zwischen Mac und Windows wäre, versichern wir dir: Es hat keinen Sinn, das zu tun.

Wenn wir traden, geht es uns nur darum, Geld zu verdienen, nicht darum, wie oder auf welche Weise wir es verdienen. Es spielt keine Rolle, ob du die technische Analyse mit dunkler Magie und Voodoo kombinierst. Wenn es für dich funktioniert, dann funktioniert es.

Lass dich niemals davon leiten, was andere Leute denken, ziehe deine eigenen Schlüsse, indem du so viele Methoden wie möglich ausprobierst und deine findest. 

Fazit

Fazit 

Wenn du die folgenden Punkte im Kopf behältst, wirst du den Chart ab sofort womöglich mit anderen Augen sehen:  

Dieser letzte Punkt ist Gold wert. Der Grund dafür ist, dass manchmal Leute versuchen, die technische Analyse wie eine mystische Wissenschaft zu betrachten, die spirituelle Antworten liefert, indem sie 2.000 Indikatoren in einem Chart anwenden – Und genau das sollte ganz und gar nicht das Ziel sein.

Das Hauptziel beim Trading ist es, das menschliche Verhalten und die Spuren, die frühere Preisbewegungen hinterlassen haben, zu beobachten und zu analysieren. Danach können wir versuchen, zu prognostizieren, was als Nächstes passieren könnte – denn bisher hat die Geschichte immer die Tendenz gezeigt, sich zu wiederholen. Die die Märkte drehen sich nicht unberechenbar im Kreis, sondern bewegen sich in Trends.

Viel Glück!

Autor

Stefano Treviso

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